Wildcampen in Deutschland – Was ist erlaubt?

Wildcampen in Deutschland – Was ist erlaubt?

Wildcamping bedeutet nicht, mal kurz eine Pause an einer schönen Stelle einzulegen. Darunter versteht man eine Übernachtung in der freien Natur und die ist in Deutschland leider grundsätzlich verboten. Soweit die schlechte Nachricht zu diesem Thema. Sprechen wir nun über die guten Nachrichten

Privatgrundstück
Auf einem Privatgrundstück kann einem keine Behörde das Zelten in der Natur verbieten. Wenn man also den Grundstücksbesitzer kennt oder ausfindig macht und dieser die Erlaubnis erteilt, steht einem Campingabenteuer nichts im Wege.

Trekkingplatz
Obwohl das Campingverbot ein Bundesgesetz ist, aber durch die Bundesländer überwacht wird, haben in den einzelnen Ländern schlaue Touristiker Wege gefunden, den Graubereich zwischen Verbot und offiziellen Campingplätzen, zu nutzen, indem sie Trekkingplätze als Alternative anbieten. Diese Plätze sind speziell ausgewiesen, verfügen aber über keinerlei Komfort beim zelten im Wald. Wanderer oder Radfahrer können diese, manchmal gegen eine kleine Gebühr, jederzeit nutzen.

Schleswig-Holstein bietet ca. 20 über das Land verteilte Plätze kostenlos abseits der beliebten Touristenrouten an
Weitere Infos findet ihr unter: www.wildes-sh.de

Im Naturpark Hohes Venn in der Eifel werden Wanderern Holzplattformen zur Verfügung gestellt, um Nachts den Sternenhimmel im Freien beobachten zu können. Pünktlich zur neuen Saison 2019 wurden zwei weitere Plätze eröffnet. Unter www.trekking-eifel.de findet ihr alle Plätze und die Möglichkeit diese für eure Reise zu buchen.

Entlang der 85 km langen Strecke des Soonwaldsteigs im Hunsrück finden Wanderer fünf Trekkingcamps.

Der Pfälzerwald verfügt gleich über 14 solcher Plätze zwischen Kaiserslautern und Landau.

Im Elbsandsteingebirge bzw. im Nationalpark Sächsische Schweiz ist übernachten im Freien oder im Zelt strengstens untersagt. Allerdings finden sich hier zwei Ausnahmen.
Zum einen könnt ihr euch einfach Hütten oder ausgewiesene Trekkingplätze entlang des Forststeigs buchen.
Weiterhin ist im Nationalpark an 58 Plätzen außerhalb der Kernzone das sog. Boofen erlaubt. Boofenstellen (von pofen=schlafen) bot Kletterern und Bergsteigern die Möglichkeit nach einer langen Anreise auch am nächsten Tag noch zu Klettern. Es dürfen jedoch keine Zelte aufgestellt werden und es ist strengstens untersagt Feuer zu machen. Im Jahr 2018 gingen einige verheerende Waldbrände von Personen aus die sich nicht an diese einfachen Regeln halten konnten.

Auch im flächenmäßig größten Bundesland, nämlich Bayern, gibt es zwei dieser Möglichkeiten, beide im Spessart. Unter www.trekking-bayern.de/region/spessart/zeltplaetze.html findet ihr weitere Informationen und die ungefähren Koordinaten der Plätze. Die genauen Angaben erhaltet ihr nach erfolgreicher Buchung.

Der Naturpark Schwarzwald bietet von Mai bis Oktober sechs Trekkingplätze. Auch diese könnt ihr vorab online buchen. Mehr Infos findet ihr unter: www.naturparkschwarzwald.de/aktiv_unterwegs/trekking/

Grundsätzliches:
Alle offiziellen Trekkingplätze verfügen über ein eigenes Regelwerk zur Nutzung der Plätze. Auch wenn sie sich in Detailfragen unterscheiden, weisen sie jedoch große Gemeinsamkeiten auf.
Wer sich in die freie Natur begibt, sollte auf jeden Fall respektieren, dass er dort nur zu Gast ist und nicht umgekehrt. Also keinerlei Müll hinterlassen, besondere Vorsicht bei offenem Feuer walten lassen und sich ruhig verhalten, um die Tiere nicht zu verschrecken.

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